» Pflanzendüfte sind wie Musik für unsere Sinne. «


Altpersisches Sprichwort


Der Garten im März

Frühlingsstart: Kräuter in den Garten! Mit den ersten Strahlen der Frühlingssonne sprießen auf den Wiesen, im Wald und in den Gärten wieder frische Kräuter wie Brennnessel, Bärlauch und Löwenzahn. Für eine Frühjahrskur sind sie genau richtig, denn mit ihren Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen bringen sie das Immunsystem auf Trab.

Und wenn Sie ein paar Anbautipps beachten, können sie neben Wildkräutern, die in der Regel nur im zeitigen Frühjahr zum Verzehr geeignet sind, fast ganzjährig von der Würz- und Heilkraft der Gartenkräuter profitieren.

Manchmal schwierig: Petersilie

Petersilie ist eines der häufigsten Würzkräuter unserer Küche. Nur scheint manchmal der Anbau nicht zu gelingen. Schnittpetersilie benötigt im Garten einen Standort, der vor allem gegen winterliche Nord- und Ostwinde geschützt ist. Sie kann auch halbschattig stehen, und da sie nur etwa 20 cm hoch wächst, ist sie beispielsweise als Beeteinfassung im Bauerngarten geeignet. Obwohl Petersilie in jedem Gartenboden wächst, ist für reichlich Humus zu sorgen. Sehr gut geeignet sind kräftige Kompostgaben. Frischen Stalldung dagegen vertragen weder Schnitt- noch Wurzelpetersilie. wichtig ist eine tiefe Bodenbearbeitung vor der Aussaat. Da Petersiliensamen seine Keimkraft nur etwa 2 Jahre behält, sollten Sie bei Saatgut aus dem Vorjahr eine Keimprobe machen. Enttäuschungen sind so ausgeschlossen. Keimfähiges Saatgut erkennt man auch am Geruch. Je intensiver er ist, desto frischer sind die Petersiliensamen. Da Petersilie bedeutend sicherer und schneller keimt, wenn der Boden etwas erwärmt und nicht mehr zu nass ist, sollte man sie nicht vor dem 15. März säen. Und seien sie geduldig, Petersiliensamen braucht ca. 3 Wochen, bis er keimt.

Knoblauch: große Zehen für große Zwiebeln

Mitte bis Ende März kann auf Beeten in vollsonniger Lage Knoblauch gesteckt werden. Als Pflanzgut verwendet man Teilzwiebeln, auch Zehen genannt. Die Knoblauchzwiebeln sollten erst kurz vor dem Stecken geteilt werden. Zu beachten ist, dass große Zehen erfahrungsgemäß auch größere Zwiebeln entwickeln. Knoblauch wird etwa 5 bis 6 cm tief gesteckt. Er bevorzugt nährstoffreichen, nicht zu leichten, tiefgründigen Boden und stellt etwa die gleichen Ansprüche wie die Speisezwiebel. Stauende Nässe vertragen beide nicht.

Lieben es warm: Estragon und Salbei

Zum Anbau von Estragon eignen sich sandige Böden mit viel Humus. Er braucht volle Sonne. Da er 100 bis 150 cm hoch wird, pflanzt man ihn am besten an die Südseite eines Zaunes oder Gebäudes. Im Kräuterbeet würde er übrige Pflanzen beschatten. Neupflanzungen mit Estragon legt man Ende März mit Teilpflanzen oder bewurzelten Stecklingen an. Sämlinge fallen sehr unterschiedlich aus, und ihr Aroma lässt oft zu wünschen übrig. Estragon kann 3 bis 4 Jahre am gleichen Standort stehen.

Beim Anbau von Salbei ist zu beachten, dass er gegen stauende Nässe und saure Böden empfindlich ist. Er sollte gegen winterliche Ostwinde geschützt gepflanzt werden und gedeiht halbschattig stehend genauso gut wie vollsonnig. Beachten Sie, dass Salbei ca. 50 cm hoch wird und 3 bis 4 Jahre am selben Standort stehen mag.

Anspruchslos: Dill und Kerbel

Dill braucht man nicht auf gesonderten Beeten anzubauen. Er wächst in allen Bodenarten. Wer keine große Mengen anbauen will, streut den Samen weitläufig auf die Gemüsebeete. Besonders schön macht sich Dill in den Mischkulturbeeten stilvoller Bauerngärten.

Kerbel, ein hocharomatischer Verwandter des Dill, braucht dagegen nährstoffreichen, nicht zu trockenen Boden in vollsonniger Lage. Obwohl Kerbel 50 bis 60 cm hoch wird, erntet man ihn im allgemeinen schon bei einer Höhe von 25 bis 30 cm. Das ist in der Regel 5 Wochen nach der Aussaat der Fall. Da mit der Kerbelaussaat bereits Mitte März begonnen wird, kann er für eine saisonale Komplettversorgung alle 4 Wochen nachgesät werden.

Alle ausdauernden Gewürzkräuter wie Thymian, Lavendel, Rosmarin und Liebstöckel erhalten im März vor dem Austrieb eine kräftige Kompostgabe als Startdünger. Beseitigen Sie den Winterschutz und putzen Sie die Stauden durch. Um verholzende Kräuter wie Lavendel oder Ausdauerndes Bohnenkraut in Form zu bringen, ist ein Rückschnitt angeraten.



(Autor: Thomas Wagner, Fotos: BDG)